Wissenschaftliche Grundlagenforschung
zur Biogasgewinnung aus pflanzlicher Biomasse
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Biogas Crops Network

Am 16.03.2004 veröffentlichte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Förderprogramm „Netzwerke Grundlagenforschung erneuerbare Energien und rationelle Energieanwendung“. 

 

Das BMBF förderte mit diesem Programm „… die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Forschern verschiedenster Fachrichtungen und Anwendern in Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen der Wirtschaft. Wissenschaftler aus so unterschiedlichen Bereichen wie Materialforschung, Biochemie, Mathematik und zahlreichen weiteren Disziplinen haben sich zu 18 Netzwerken mit insgesamt über 100 Einzelprojekten zusammengeschlossen, um grundlegende Fragen der Energieforschung im Bereich der erneuerbaren Energien und der rationellen Energieanwendung zu lösen. (…) Ziele der Förderung sind der Aufbau und die Stärkung von Netzwerken zwischen Universitäten, Instituten der Max-Planck-Gesellschaft und anderen außeruniversitären Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien und der rationellen Energieanwendung. Die in diesem Rahmen geförderte naturwissenschaftliche Grundlagenforschung soll sich sowohl an den Bedürfnissen der angewandten Forschung orientieren als auch eigene, neue Wege gehen. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen für das Aufgreifen neuer Fragestellungen in der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung, für die Auslotung ihrer Anwendungsperspektiven und damit für Anstöße zu Innovationen für den Wirtschaftsstandort Deutschland.“

 

Eines der 18 vom BMBF geförderten Netzwerke bildete das „Verbundprojekt: Grundlagen der Biogasgewinnung aus pflanzlicher Biomasse“ (Biogas Crops Network, BCN). Zwischen 2005 und 2009 wurden von zehn auf dem Gebiet der Biogasforschung aktiven deutschen Forschungseinrichtungen in vier Arbeitsgruppen insgesamt 14 Teilprojekte wissenschaftlich bearbeitet. Die Koordinierung des BCN oblag dem Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte an der Humboldt-Universität zu Berlin (IASP).

 

Das BCN hatte zum Ziel, durch eine gezielte Systemanalyse der mikrobiologischen Stoffumwandlung unter Berücksichtigung des Einflusses der Vorbehandlung und Lagerung der pflanzlichen Substrate, der Bildung von Intermediaten sowie der Prozessführung wissenschaftliche Grundlagen zur Biogasgewinnung aus pflanzlicher Biomasse in Monofermentation zu schaffen. Die Untersuchungen sollen unter Verwendung unterschiedlicher Biogaspflanzen erfolgen, die sich in der Struktur und der stofflichen Zusammensetzung wesentlich unterscheiden und für den praktischen Einsatz bei der landwirtschaftlichen Biogaserzeugung hohe Bedeutung haben (Mais, Roggen, Gras, Rübe). Das Netzwerk der beteiligten Forschungseinrichtungen zielte ab auf eine systematische Grundlagenforschung entlang der Wertschöpfungskette Pflanze (Energiespeicher) … Reaktor/Fermenter (Energie- und Stoffumwandlungsprozesse) … Biogas (Energieträger). Hierzu zählten im Einzelnen:

1. die Erforschung der wissenschaftlichen Grundlagen zur Entwicklung einer speziellen Vorbehandlungsstrategie für verschiedene Biogaspflanzen als Basis einer stofflich und energetisch effizienten Verwertung im nachfolgenden Biomethanisierungsprozess;

2. Untersuchungen zur Entwicklung eines optimalen Verfahrens der Vergärung von Biogaspflanzen auf der Basis der Untersuchung verschiedener Verfahrensführungen;

3. die Analyse der mikrobiellen Architekturen, Zusammensetzung, Populationsdynamik und ihrer Intermediate als Basis für neue wesentliche Steuergrößen der Biogaserzeugung aus Pflanzen in Abhängigkeit der verschiedenen Biogas Crops, verschiedenen Verfahrensführungen und variablen Prozessparametern;

4. die Schaffung neuer mathematischer Modelle zur Prozessbeschreibung, Simulation und Standardisierung mit dem Ziel der Stabilisierung, Regelung und Optimierung des anaeroben Abbauprozesses von Biogas Crops.

 

Zum Abschluss des BCN wurde am 7. Mai 2009 in Potsdam eine öffentliche Veranstaltung zur Präsentation und Diskussion der wichtigsten Forschungsergebnisse durchgeführt. Mit diesem Öffentlichen Abschlusssymposium des BCN unter dem Titel „Wieviel Biogas steckt in Pflanzen?“ wollte das Netzwerk Wissenschaftler, Experten, Multiplikatoren sowie Landwirte und Anlagenbetreiber ansprechen. Das Ziel der Veranstaltung bestand in der allgemein zugänglichen, breiten Information der interessierten Öffentlichkeit über die Resultate der mehrjährigen, mit öffentlichen Mitteln geförderten Forschungstätigkeit der zehn BCN-Netzwerkpartner. Das Symposium wurde organisiert in Kooperation von Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte an der Humboldt-Universität zu Berlin (IASP) und Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e. V. (ATB) mit der Brandenburgischen Energie Technologie Initiative (ETI).

 

Die Referate des BCN-Abschlusssymposiums sind als Tagungsband erschienen in der Reihe „Bornimer Agrartechnische Berichte Heft 68“ (ISSN 0947-7314). Interessenten können sich wenden an:

 

Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e. V. (ATB)

Max-Eyth-Allee 100

14469 Potsdam

E-Mail: atb[at]atb-potsdam.de

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